Die Sache mit den Entfernungen

Als ich vor zwei Jahren kundtat, dass ich mir vorstellen könnte, nach Ostfriesland zu ziehen, war das Geschrei bei Freunden und Familie groß. Niemand konnte sich vorstellen, dass eine Großstädterin wie ich sich auf dem Land wohlfühlen könnte. Zuerst hatte ich auch für mich überlegt, irgendwo an den Rand von Emden oder Norden zu ziehen, um nach wie vor ein bisschen Stadtleben in der Nähe zu haben. Und jetzt lebe ich in einem 500-Seelen-Dorf und bin voll und ganz zufrieden. Der nächste Supermarkt ist etwas über einen Kilometer entfernt, das nächste Einkaufszentrum mit mehreren Supermärkten, Discountern, Post, Drogeriemarkt und anderem keine 3 Kilometer. Das ist zwar im nächsten Ort, aber in Düsseldorf doch auch nicht unbedingt anders? In Wersten gibt es keinen Drogeriemarkt mehr. Um mehrere Geschäfte, Post und Banken an einem Fleck zu haben, muss man in den nächsten Stadtteil, nach Holthausen. Sind laut Googlemaps ungefähr 2,5 km. Aber mal ehrlich, für diese zweieinhalb Kilometer brauche ich mit Sicherheit länger, als für die 3 Kilometer hier oben. Und hier kann ich problemlos mit dem Rad fahren, was ich mir in Düsseldorf dreimal überlege.

entfernungenLinks die Gemeinde Krummhörn, rechts Düsseldorf im gleichen Maßstab. Unübersehbar: die Nord-Süd-Ausdehnung von Düsseldorf entspricht ungefähr der Strecke Norden – Emden

Zur Zeit bin ich in einer Fortbildung in Emden. Jeden Tag 16 km hin und 16 km zurück im Berufsverkehr. In 20 Minuten bin ich da. Versuch das mal einer in der Rushhour in Düsseldorf :D. Nee, lasst mal. Die Entfernungen hier sind völlig in Ordnung. Wenn ich irgendwann mal alt und klapprig bin oder aus anderen Gründen kein Auto mehr fahren kann/will, dann kann ich ja immer noch zurück in die Stadt ziehen. Jetzt bin ich hier ganz glücklich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *