Greetsiel

Kutter im Hafen von Greetsiel
Kutter im Hafen von Greetsiel

Greetsiel ist nach Pewsum der zweitgrößte Ortsteil der Krummhörn und der absolute Touristenmagnet. Zugegeben, der Ort ist wirklich malerisch, aber eben auch überlaufen. In den Ferienmonaten tritt man sich auf die Füße, dafür ist der Ort von November bis Februar tot, weil 9 von 10 Häusern Ferienhäuser sind und dann unbewohnt. Das kann dann schon ein bisschen gruselig sein, wenn überall die Rolläden runter sind und einem kein Mensch auf der Straße begegnet. Gut, im Ortszentrum ist eigentlich immer was los, allerdings machen die Läden und Gastronomiebetriebe dann auch früher zu und fahren ihr Angebot runter.

Greetsiel hat ein Schwimmbad, eine Touristeninformation und einen Supermarkt, der sogar an Sonntagen für ein paar Stunden aufmacht (wahrscheinlich ein Zugeständnis an die Touristen, anders kann ich mir nicht vorstellen, warum die das dürfen). Das Zentrum, das man in der Regel nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad betreten darf (Autos brauchen eine kostenpflichtige Sondergenehmigung), besteht aus 6 Straßen, an denen sich alles abspielt. Unzählige Gaststätten, Kneipen und Cafés, Teestuben und Kunstgewerbeläden reihen sich hier aneinander. Man bekommt den üblichen Kitsch mit maritimen Motiven, Postkarten, Tassen und anderes mit Namen, aber es gibt auch Geschäfte, die wirklich schöne Sachen mit regionalem Charakter verkaufen, wie z.B. der Bauernladen mit seinem Angebot von Salzwiesenlammfleisch über Wolle, Filz und Schafsfelle bis zum Fischbrötchen oder das Atelier gegenüber der roten Mühle, in dem man regionale Kunst und Kunsthandwerk kaufen kann. Natürlich gibt es auch Teeläden und Fischgeschäfte. Krabben kann man je nach Jahres- und Fangzeit hier übrigens tatsächlich noch direkt ab Kutter kaufen.

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Ich habe natürlich noch nicht alle Angebote ausprobiert, aber die Bootstour über die Kanäle (die keine sind, sondern Tiefs!, doch dazu ein anderes Mal mehr) macht wirklich Spaß. Sonnencreme und Kopfbeckung nicht vergessen, kann ich nur aus eigener Erfahrung empfehlen. Es gibt sogar ein Boot das für Rollstuhlfahrer per Spezialkran zugänglich ist, die Hein Luc. Nähere Informationen dazu gibt es hier: http://www.abenteuer-am-wasser.de/. Es gibt eine weitere Bootstour, die nach draußen vor das Sieltor ins Wattenmehr führt. Das ist schon ein richtiges Schiff mit Gastronomie an Bord, aber im Gegensatz zum Hein Luc nicht mal für Gehbehinderte erreichbar, da nur eine relativ steile Treppe zum Anleger führt.

Das „Schwimmbad“ ist eher ein Planschbad. Richtig schwimmen kann man in dem runden, 30°C warmen Becken nicht. Das ist dann eher was zum Entspannen bei usseligem Wetter. Zusammen mit Sauna und Massagebereich kann ich mir das ganz schön vorstellen.